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Dentale Implantologie

Unter einer Zahnimplantation versteht man das Einpflanzen einer künstlichen Zahnwurzel in den Körper. Gelockerte Zähne oder verlorene Zähne – beispielsweise durch Sportunfälle, Zahntascheninfektionen, Knochenentzündungen oder Zystenbildungen im Kieferknochen – können mit Implantaten ersetzt und wiederhergestellt werden.

Besteht ein Keramikimplantat aus einem Teil, spricht man von einem einphasigen Implantatsystem. Ein zweiphasiges Implantatsystem (wie die meisten Titanoxid Implantatschrauben) besteht aus einem Primärteil, der sogenannten Schraube als Zahnwurzelersatz und aus einem Sekundärteil, dem sogenannten Aufbauteil (Pfosten für die Keramik Suprakonstruktion) . Hier sprechen wir auch von der Implantatkrone.

Bei einem klassischen Titanimplantat brauchen wir also mindestens 5 Teile bis zum Behandlungsende. Die Implantaschraube, einen entsprechenden  Zahnfleischformer, einen Abdruckpfosten nach dreimonatiger Einheilung, ein Sekundärteil (wird mit dem Primarteil verschraubt kaltverschweisst) welches als Kronenhalter dient, sowie die individuell hergestellte Vollkeramikkrone.

Bei komplizierten Zahn-Wiederherstellungsverfahren und Rehabilitationen sind meist noch mehr Teile von der Dentalindustrie zu beziehen, da man beispielsweise ein platform switching (Veränderung der Zahnfleischhöhe) oder auch zwei Abformungen durchführen muss.

Die operative Implantatbettgestaltung ist enorm wichtig. Ein Implantat muss auf hundertstel Millimeter genau platziert werden . Tiefe, Winkel und Angulation müssen exakt stimmen, um später eine biomechanisch perfekt sitzende Krone herstellen zu können. Dabei gibt es wie immer in der Chirurgie nur eine Chance. Man kann es leicht mit einem Dübelsetzen in eine extrem schwache Wand vergleichen. Erfahrung ist Trumpf.

Für den Langzeiterfolg eines Implantats sind maßgeblich das Knochenmanagement inklusive Weichgewebsmanagement mit Papillenrekonstruktionen entscheidend. Ein versierter erfahrener Chirurg kann entsprechend gut mit dem umliegenden Gewebe umgehen. Ein fehlender Knochen oder eine fehlende Knochenwand können durch verschiedene Verfahren hergestellt werden.

Die dentale Implantologie sowie die dazugehörigen augmentativen Verfahren (Knochenaufbau bei zu „dünnem“ Kiefer) sind ein für die Facharztprüfung zum Oralchirurgen nachzuweisender Ausbildungsschwerpunkt. Die zusätzliche vierjährige Weiterbildungszeit an der Universität (postgraduate) zum Facharzt für Oralchirurgie beinhaltet u.a. eine hohe Spezialisierung für Implantologie.

Wir fassen zusammen:

Eigentlich ersetzt das Implantat nur die Wurzel des fehlenden Zahnes. Auf dem Sekundärteil (Implantataufbau) sitzt dann eine künstliche Zahnkrone (meist metallfreie Vollkeramik), die der Zahntechniker eines spezialisierten Zahnlabors extern fertigt.

Implantat

Ein Implantat wird in den Knochen des Ober- oder Unterkiefers eingebracht. Hierauf kann ein herausnehmbarer oder festsitzender Zahnersatz verankert werden.

Weltweit werden pro Jahr ca. 2 Millionen Zahn-Implantate gesetzt. Die Zuwachsrate soll jährlich bei bis zu 20 Prozent liegen. In 2008 sind nach Hochrechnungen bereits über 3% aller prothetischen Versorgungen implantatgestützt.

Die meisten Implantate sind aus Reintitan. Dieser Werkstoff, geht mit dem Kieferknochen eine feste Verbindung ein (Osseointegration) und gilt biologisch als besonders gut verträglich (Biokompatibilität). Vorwiegend gebräuchlich sind screw implants, sogenannte Schraubenimplantate. Ziel ist die natürliche Wurzel bzgl. Form und Oberfläche zu imitieren.

Biomechanische Aspekte sind neben Knochenlagerbildung, Implantatbettgestaltung, Knochenqualität, Weichgewebsmanagement (attached gingiva / pink esthetic) und Hygienemöglichkeiten der Suprakonstruktion, bzgl. Knochenstabilität und Implantat-Langzeiterfolg von großer Bedeutung.

Implantat-Anzahl

Im zahnlosen Oberkiefer stellt sich immer wieder die Frage, wie viele Implantate allein schon aus statischen Gründen nötig sind, um die – im Vergleich zum Unterkiefer – schlechtere Knochensituation nicht zu überfordern. Um eine Überlastung des Knochens zu vermeiden sind acht Implantate im Oberkiefer Standard. Hierauf kann man eine feste oder herausnehmbare Arbeit bauen. Minimal sechs Implantate sind beispielsweise für eine galvano-teleskopierende Brücke wissenschaftlich gefordert. Einer weiteren Knochen-(Atrophie) wird entgegengewirkt. Meist ist unter Umständen ein Sinuslift indiziert.

Implantatbett

Das Implantatbett oder Implant bone supporting area, bezeichnend das Knochernlager um die Schraube herum. Um Langzeiterfolg und gute Stabilität zu erreichen, muss dieses in der Regel stets optimiert werden.

Zu nennen sind hier das Vertical bone grafting (Höheaufbau) und das lateral bone grafting (Breitenaufbau / seitliche Auflagerungsplastik – Knochenaugmentation). Zur Verbesserung des Knochenlagers dienen spezielle OP-Techniken wie: bone splitting, bone condensing, sandwich Plastiken, Windows Techniken, externe sinus liftings und interne Sinusbodenelevationen.

Das Weichgewebe folgt stets dem Knochen. Daher ist ein optimales Knochenlager auch die Grundlage für eine gute Weichgewebssituation (tissued engieering).

Wir sagen: „the bone stes the tone- but the tissue is the issue“.

Implantaterfolg

Erfolgskriterien in der Implantologie sind vor allem eine gute Funktion und Ästhetik, eine biomechanische Belastbarkeit sowie einfache Reinigungsmöglichkeiten.

Obwohl international verschiedene Kriterienvorschläge für Implantate aufgestellt wurden, gibt es bis dato keine allgemeingültigen Standards.

Allgemein werden folgende Kriterien als Erfolg angesehen:

  1. Keine anhaltenden Beschwerden wie Schmerzen, Infektionen, Taubheitsgefühl im und um das Operationsgebiet
  2. Nur geringer Knochenverlust (0,2 mm) im ersten Jahr in der Umgebung der künstlichen Zahnwurzel
  3. Fester Sitz der Suprakonstruktion
  4. Patientenzufriedenheit

Implantationsindikation

Voraussetzungen für Zahnimplantate

  1. perfekte Mundhygiene (besonders am Übergang zwischen Implantat und Zahnfleisch)
  2. befriedigende anatomische Voraussetzungen (wo kaum noch Kieferknochen vorhanden ist – z.B. durch eine stark fortgeschrittene „Parodontose“ – , kann auch nichts mehr eingepflanzt werden)
  3. keine schweren Grunderkrankungen (z.B. nicht eingestellte Zuckerkrankheit)
  4. Auch bei regelmäßiger Einnahme von Cortison, Immunsuppressiva, Bisphosphonaten oder Zytostatika ist eine Implantation problematisch
  5. Implantationszeitpunkt (bei Mädchen ab 15, bei Jungen ab 17 Jahren)
  6. regelmäßige chirurgische Kontrollen (mindestens 2mal im Jahr)

Implantations-Zeitpunkt

Der Zeitpunkt des Setzens eines Implantates im Anschluss an eine Extraktion wird nach der IPI-Konsensus-Konferenz (2003) in drei „Typen“ unterteilt:

  1. Sofortimplanat (1-6 Wochen)
  2. Verzögertes Sofortimplanat (6-8 Wochen nach extractionem)
  3. Spätimplantat (2-4 Monate nach Zahnentfernung)

Implantatoberfläche

In Hinsicht auf eine frühere Belastungsmöglichkeit ist eine raue Oberfläche ideal ( TPS-Implantat), da sich hier der neue Knochen am besten anlagern kann.

In der Forschung werden derzeit folgende Oberflächenmodifikationen bei dem Werkstoff Titan im Sinne einer „Biologisierung der Oberfläche“ ( TPS-Implantat) verfolgt:

  1. Verstärkung der „Kristallinität“
  2. Erhöhung der Titanoxidschichtdicke
  3. Schaffung einer geeigneten Mikrostruktur der Titanoxidoberfläche
  4. Anreicherung der Grenz(ober)flächen mit schnell löslichen Kalzium-Phosphaten
  5. Anreicherung der Grenz(ober)flächen mit organischen Wachstumsfaktoren

Implantatpfosten

Der Implantatpfosten bezeichnet ein Verbindungselement zwischen dem Implantat und der Suprakonstruktion. In der Implantatprothetik bezeichnet man es als Sekundärteil. Die Verankerung kann galvanoteleskopierend, magnetisch, steggetragen oder konuskronengetragen sein. Auch eine einfache Kugel-Knopf-Verankerung kommt bei implantatgetragenen Prothesen in Frage. Meist ist jedoch ein individuell gefertigtes Teil geeigneter.

Zum Einsatz kommen:

  • Titanabutments
  • Implantatpfosten aus Aluminiumoxidkeramik und Zirkondioxidkeramik.
  • Keramikaufbauteile (Im ästhetisch sichtbaren Bereich)

Ziel ist es die Natur zu imitieren.

Weiße Zahnästhetik allein wird heutigen Ansprüchen der Patienten nicht mehr gerecht. Die rote Ästhetik (Zahnfleisch) hat für den Gesamterfolg einer Zahnimplantation ebenso einen hohen Stellenwert. Nur der geübte Chirurg ist in der Lage von Beginn an, durch optimale Schnittführung, Narbenzüge und unerwünschtes Weichgewebe zu vermeiden bzw. zu korrigieren.

Für Papillenrekonstruktionen werden Bindegewebstransplanate/ Schleimhauttransplantate vom Gaumen entnommen und beispielsweise in Form einer envelope Technik (mikrochirurgische PA Chirurgie) transplantiert. Ist das rote Gewebe nicht gut, klagt der Patient oft über Speisereste zwischen den Zähnen. Die verminderte Hygienefähigkeit der Konstruktion wiederum, führt zu einem reduziertem Langzeiterfolg der Implantate. Bakterien dringen über die Implantatschulter in den Knochen ein und führen zu einem Knochenabbau ähnlich wie bei natürlichen Zähnen.

Implantat-Reinigung

Der biologische Schwachpunkt jedes Implantates ist die Implantatschulter, die Übergangsstelle von der Mundhöhle in den Kieferknochen.

Dieses Gebiet besonders gut gereinigt und gepflegt werden, damit es nicht durch eindringende Bakterien zu der gefürchteten Periimplantitis mit einem möglichen Verlust des Implantates durch Abstoßung kommt..

Ziel ist eine schonende und gründliche Entfernung von Plaque und Zahnstein (PZR) an allen Zahn- und Implantatoberflächen einschließlich der Suprakonstruktionen. Dafür stehen grundsätzlich Ultraschallinstrumente, Handinstrumente und Pulver-Wasser-Strahlgeräte zur Verfügung.

Um Zahnstein an Implantatoberflächen zu entfernen, ist auf den Einsatz von Metallinstrumenten zu verzichten. Ein Verkratzen der Oberfläche führt zu schädlicher Plaqueanlagerung. Für Schall- und Ultraschallgeräte gibt es deshalb spezielle Kunststoffaufsätze. Auch der Einsatz von Pulver-Wasser-Strahlgeräten hinterlässt eine glättere Oberfläche als herkömmliche Instrumente.

Nachteilig ist allerdings bei diesen unter Druck arbeitenden Geräten, dass das dem Implantat anliegende Zahnfleisch bei unsachgemäßer Anwendung verletzt werden kann. Deshalb wird die Politur am besten mit einem weichen Gumminapf und feiner Polierpaste durchgeführt, falls möglich. Auch empfiehlt sich der Einsatz von Zahnseide und die regelmäßige Spülung mit Meridol oder CHM (Chlorhexidinhaltige-Lösung).

Implantatsysteme

Implantatsysteme wie z.B. Straumann (ITI) oder Camlog Biotechnologies, sind seit vielen Jahren mit ausreichenden wissenschaftlichen Studien erforscht und haben in Deutschland einen großen Marktanteil.

Meist handelt es sich um wurzelförmige oder zylindrische Schraubenimplantate aus Titan. Die Oberflächen sind teilweise durch Strahlung oder Ätzung aufgerauht. Diese Oberflächenvergrösserung soll ein besseres Einwachsen des Knochens in das Schraubengewinde ermöglichen. Auch HA (Hydroxilapatit)-Auflagerungen sollen die Zellanlagerungsmöglichkeiten verbessern.

Neuerdings halten sogenannte aktive Oberflächen Einzug. Weiße Implantate sind Zirkoniumimplantate, die vor allem gut geeignet für Allergiker und ganzheitlich kinesiologisch orientierte Patienten sind.

Implantat Fachmann erkennen

Allein im Raum München finden Sie 3.000 Zahnärzte.
Doch an welcher Adresse bin ich medizinisch und sicher gut aufgehoben?

Diverse Ärzte-Internetportale mit bezahlten Werbeeinträgen und ausufernden zahnärztlichen Tätigkeitsbezeichnungen, machen es zunehmend schwerer, dass ein Patient an die für Ihn richtige Zahnarzt-Adresse gelangt.
Leider ist es den Zahnärztekammern nicht gelungen, Ärzte mit zusätzlicher Chirurgieausbildung entsprechend zu schützen.
Masterbezeichnungen oder Tätigkeitsbezeichnungen, die man in verhältnismäßig kurzen und einfachen Wochenendkursen erlangen kann, täuschen über die tatsächlich fehlenden fundierten chirurgischen Kenntnisse mancher Kollegen hinweg.
Sie dienen hauptsächlich der Geldvermehrung der Kursveranstalter und Referenten. Echte Qualifizierung im Fach Implantologie / Zahnchirurgie / Kieferchirurgie wird durch Bezeichnung wie MSc Orale Chirurgie oder Ähnlichem völlig verwässert.

Wie soll man hier noch unterscheiden können, als der Laie?

Kein Patient kann sich bei all dem Auswuchs der Spezialistenbezeichnungen sowie den abhebenden Internet Anzeigen zurechtfinden.
Je dringender ein Zahnarzt oder Arzt Patienten für seine Praxis braucht, desto mehr zahlt er für Bannerwerbung, Premium Profile und andere Google Ranking Optionen. Täglich kommen Anbieter mit Versprechungen wie „Herr Doktor, wir bringen Sie auf Seite eins“.

Nun ein paar Tipps, wie sie Ihren Zahn-Implantologen finden:

  1. Hinterfragen Sie in erster Linie die operativen Fähigkeiten und Qualifikationen des Behandlers und lassen Sie sich nicht von Aussagen „Implantate – das machen wir auch“ täuschen. Manche Kollegen scheuen sich vor schweren Weisheitszähnen oder Wurzelspitzenresektionen oder anderen kieferchirurgischen Operationen, denken aber Implantat Operationen mit Komplikationen zu meistern.
  2. Fragen sie nach einem echten Fachzahnarzt für Oralchirurgie oder nach einem Kieferchirurgen mit entsprechend zahnärztlich implantologisch hoher Fallzahl.
  3. Welcher Zahnarztkollege lässt sich an der in Frage kommenden Adresse selbst operieren?
  4. Fragen Sie nach konkreten Implantat Fallzahlen pro Jahr, nach Lebenslauf mit Stationen der chirurgischen Ausbildung. Eventuell sind namhafte Schulen, Departments und Professoren dabei.
  5. Wie oft werden Fortbildungen besucht oder selbst Vorträge gehalten?
  6. Was sagen Arzt-Kollegen über die Adresse bzw. hat Ihr Operateur eine Reputation bzw. einen Namen in seinem Fachgebiet?
  7. Kennt man die Adresse?
  8. Lassen Sie sich Bilder eigener OP Fälle zeigen.
  9. Vorher Nachher Demos geben Ihnen einen Eindruck über die Qualität der Versorgungen.
  10. Fragen Sie auch Bekannte und Freunde.

In chirurgischen Fachpraxen findet ein Patient ein geschultes chirurgisches Personal und hat somit eine hohe medizinische Sicherheit.
Qualitätsmanagement und einwandfreies chirurgisches Instrumentarium sind „conditio sine qua non“.

Viel Erfolg bei der richtigen Wahl des Implanteurs – damit sie lange Freude an Ihren neuen Zähnen haben.

Ihr Prechtel Implantologie Team – Dentini SMILE for white implants

Knochenersatzmaterial

Xenogener Knochen wird meist vom Rinderknochen gewonnen. Ein Beispiel wäre Bio-Oss. Es kann auch porkinen (Schwein) oder koralinen (Korallen / z.B Algipore) Ursprung haben.

Synthetische Knochenaufbaumaterialien sind ohne menschlicher oder tierischer Herkunft (z.B Cerasorb). Dieses ßTCP fördert die Regeneration und Neubildung von körpereigenem Knochen wissenschaftlich nachweisbar.

Knochentransfer

Um ein Implantatlager zu optimieren, wird der autologe Knochen z.B. vom Unterkieferwinkel oder Kinn, zum Oberkeieferseitenzahnbereich transferiert. Geeignete Knochenentnahmestellen im Mund sind Tuber, Menton, und der aufsteigende Unterkieferast.

Membrantechniken

Membranen sind entweder resorbierbar  oder nicht- resorbierbar und  dienen der Fixierung des Knochenaufbaus.

Narkose

Anästhesie oder auch Narkose ist das Ausschalten der Schmerzempfindung an den Zähnen durch Narkose. Die Anästhesie-Lösung mit der Spritze (örtliche Betäubung) sorgt dafür, dass die Behandlung schmerzfrei bleibt, weil sie die Nerven für eine bestimmte Zeit betäubt.

Implantate können in lokaler Anästhesie problemlos eingepflanzt werden. Größere operative Eingriffe werden in Vollnarkose (ITN) oder mit sogenanntem Dämmerschlaf / Halbschlaf durchgeführt. In einer Fachpraxis für Oralchirurgie oder Kieferchirurgie finden die alle Möglichkeiten problemlos an.

Oralchirurg

Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie / Oralchirurgie

Die MKG-Chirurgie ist ein Fachgebiet, welches u.a. die Diagnostik, Therapie, und die ästhetische Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen und Frakturen des Kiefers und des Gesichtes umfasst. Die Tätigkeitsfelder von ambulant tätigen Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen und Oralchirurgen überschneiden sich weitgehend. Daher wird ein Zusammenschluss der Fächer von den Fachverbänden DGMKG und BDO diskutiert.

Leistungsspektrum:

  1. operative Weisheitszahnentfernung (8er)
  2. Entfernung komplex verlagerter Zähne (z.B. Eckzähne (3er))
  3. chirurgische Endodontie (Wuzelspitzenresektionen)
  4. Zahntransplantation und Reimplantation
  5. Chirurgische Parodontitisbehandlung (PAR)
  6. Lippen- und Zungenbändchenkorrektur
  7. Hemisektion, Prämolarisierung
  8. Zystostomie, Zystektomie
  9. Tumorchirurgie, Vorsorge Mundschleimhautveränderungen
  10. Traumatologie (z.B. Frakturen Mittelgesicht, Unterkiefer, Zahnunfall)
  11. Kieferhöhlenoperatione
  12. Kiefergelenkserkrankungen
  13. Implantologie

PRP Verfahren

Diese Konzentrate werden zur natürlichen Heilungsbeschleunigung wie auch alloplastische Verfahren (bessere Knochenregeneration) in der Implantologie eingesetzt.

Es wird mit patienteneigenem Blut gearbeitet. Aus dem gewonnenen plättchenreichen Blutplasma kann zusätzlich eine autologe Fibrinmembran hergestellt werden. Ein immunologisches Risiko ist somit ausgeschlossen.

Risikofaktoren

Folgende Gegebenheiten gelten hauptsächlich als Risikofaktoren für eine erfolgreiche Implantation. Je nach Schwere verbieten sie ggf. eine Implantation ganz:

  1. medizinische Gründe wie Knochenerkrankungen (zB Osteoporose, immunologische Erkrankungen, Einnahme von Steroiden (z.B Cortison), nicht eingestellter Diabetes mellitus, Bisphosphonat-Therapien, Knochenbestrahlungen ( Z.n. Radiatio))
  2. eine aktive nicht behandelte Parodontopathie und starker Nikotinabusus führen zu einem 2-3 fachen Einheilungsrisiko.
  3. Bruxismus (starkes Zähneknirschen) erhöht die Misserfolgsquote bzgl Langzeit-Knochenstabilität auch signifikant.

Sinus Lifting

Beim Sinus Lifting wird der Kiefehöhlenboden gehoben. Die Scheidersche Membran wird vorsichtig abpräpariert. Der entnommene Eigenknochen kann mit künstlichem Knochen und Eigenblutzellen (PRP Verfahren) gemischt werden und wird modellierend eingebracht (eingepflanzt). Die Heilung und feste Knochendurchbauung beträgt in der Regel 3 Monate. Dann ist das neue Implantatlager geschaffen.

Sofortimplantation

Von Sofortimplantation spricht man, wenn direkt nach Zahnentfernung die neue künstliche Zahnwurzel eingepflanzt wird. Hier müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen vorhanden sein, um Misserfolge zu vermeiden (z.B. keine Knochenrestentzündung (Ostitis), guter Erhalt des Zahnfaches (socket preservation), Erzielung einer Primärstabilität der Implantat Schraube).

Titan-Implantate

Die meisten Schrauben sind aus Reintitan. Die Form kann wurzelförmig oder zylindrisch sein. Man versuch die Oberfläche für die Zellanreicherung zu maximieren, indem man diese beispielsweise strahlt und ätzt.

Zahnimplantat-Spezialist

Die vielen Zusatzbezeichnungen im Fach Implantologie wie Experte für Zahnimplantate, Implantologie Spezialist München, Master of Science für zahnärztliche Implantologie, Implantat Spezialist, sind sehr irreführend für den Patienten.

Einige Zahnärzte nennen sich Implantologe, obwohl sie einfache chirurgische Eingriffe der Weichgewebschirurgie, Vestibulumplastiken, Wurzelspitzenresektionen im Seitenzahnbereich oder schwierig verlagerte Weisheitszähne nicht selbst operieren, geschweige denn diese Eingriffe beherrschen. Sie sind mit Ihren operativen Fähigkeiten hier schnell am Limit, nennen sich aber „Spitzen Zahnimplantologe“ o.ä.
Eine chirurgische Ausbildung bzw. eine praktische operative Ausbildung am Patienten haben viele nicht erhalten. Fundiertes Wissen und chirurgische Fähigkeiten fehlen meist.
Aber genau um dieses allgemeine chirurgische Verständnis und die chirurgische Versiertheit geht es bei schwierigen implantatologischen Eingriffen. Kommt es zu wirklichen Komplikationen während der Operation, müssen diese gemeistert werden. Die Trophik, die sogenannte Versorgungssituation des Gewebes muss schon durch die richtige Schnittführung beachtet werden. Nur eine vernünftige operative Knochenlagerbildung mit idealem Weichgewebsmanagement führt zum Implantat- Langzeiterfolg.

In chirurgischen Fachpraxen findet ein Patient ein geschultes chir. Personal und entsprechend medizinische Sicherheit. Fachärzte für Oralchirurgie / Kieferchirurgie haben eine echte universitäre Weiterbildungszeit von mindestens 4 Jahren und haben somit eine objektiv nachweisbare Qualifizierung bei operativen Tätigkeiten.

Inhalte der Ausbildung zum MKG-Chirurgen sind eher die Tumorchirurgie, die Gesichts-Traumatologie, die Wiederherstellung nach Mittelgesichtsfrakturen, die Lippen-Kiefer Gaumenspalten, die interdisziplinäre Kopfchirurgie uvm. Bei stat. Tätigkeit an der Universität beschäftigt sich der Kieferchirurg wenig mit der kleinen dentoalveolären (das Zahnfach betreffend) Chirurgie.

Eine wirklich substanziierte meist universitäre Ausbildung hat speziell der „Fachzahnarzt für Oralchirurgie“ in einer mehrjährigen Vollzeitweiterbildung erhalten, in der er einen genau definierten Operationskatalog erfüllt und anschließend sein Wissen vor einem offiziellen Prüfungsausschuß der Zahnärztekammer nachweisen muss. Die Implantologie ist hier ein Ausbildungsschwerpunkt.

Dieses „Qualitätssiegel“ in Verbindung mit dem professionellen Betrieb einer Praxisklinik für Implantologie und einer langjährigen Erfahrung aus vielen tausend Operationen, bietet dem Patient die Gewissheit, die er für die Implantatbehandlung erwartet. Hohe medizinische Sicherheit, Know How, fundierte Operationfähigkeiten, Perfektion und höchste Qualität dienen dem Wohle des Patienten.

Die Zahnheilkunde hat sich in den letzten Jahren, nicht zuletzt Dank moderner Implantologie, rasant weiterentwickelt. Einzelne Fachdisziplinen sind heute komplexer, als die gesamte Zahnmedizin noch vor 20 Jahren war. Zahnmedizin ohne moderne Implantologie ist Heute nicht mehr zeitgerecht. Weiße metallfreie Zirkonoxidimplantate halten in der ästhetisch anspruchsvollen Stadt München immer mehr Einzug. Hier gilt es für den Patienten noch stärker, dringend ein Kompetenzzentrum für „metallfree white implantology“ aufzusuchen. Kein Zahnarzt ist noch in der Lage, das gesamte Zahnheilkundespektrum anzubieten, geschweige denn, es sicher zu beherrschen.

Daher ist gerade in Großstädten eine Überweisung zum Implantatchirurgen bei komplexen chirurgischen Fällen aus reputativen aber auch aus forensischen Gründen ratsam. Die implantatchirurgische Behandlung durch einen Facharzt für Oralchirurgie oder Kieferchirurgie dient der Sicherheit und dem Wohle des anspruchsvollen Patienten. Nur komplikationslose Behandlungen und ein Implantat-Langzeiterfolg erhalten das mühsam über Jahrzehnte gewonnene Implantat-Vertrauen unserer Patienten.

Unsere Studien zeigen, dass Implantate auch nach 5, 10, 20 Jahren zu 98% voll funktionsfähig sind und ein Leben lang halten können. Die Materialien haben keinen Alterungseffekt – entscheidend neben einer vernünftigen biomechanischen Belastung ist und bleibt das Händchen des Chirurgen.

Zirkoniumimplantate

Frühere Keramiken neigten häufig zu Brüchen oder mussten stark dimensioniert werden. Mit Zirkoniumimplantaten (Z-Lock3, SDS2.0, Straumann, Bredent) scheinen diese Nachteile beseitigt zu sein.

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